Test: Head Lynx

Wer auf der Suche nach viel Spin oder maximaler Power ist, wird bei der Head Lynx vermutlich nicht fündig. Doch genau diese Unaufgeregtheit zeichnet die Saite aus. Ich habe die Saite in anthrazit und 1.25mm auf dem Dunlop FX500 Tour ausgiebig getestet. Als Bälle kamen die bewährten Tennis Point Premium Bälle zum Einsatz. Das Ergebnis zeigt eine Saite, die vor allem durch ihre Ausgewogenheit besticht, aber auch polarisiert: Für einige ist sie der perfekte Allrounder, für andere fehlt ihr das gewisse Etwas.
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Spielgefühl & Komfort
Für eine Polyester-Saite ist die Lynx erstaunlich elastisch und weich. Dank spezieller Additive in der Materialmischung bietet sie eine hervorragende Armschonung und ein sehr ruhiges, gedämpftes Feedback im Treffpunkt. Das harte, unbarmherzige Gefühl älterer Poly-Generationen sucht man hier vergebens. Allerdings hat diese starke Dämpfung auch eine Kehrseite: Mir persönlich ist die Rückmeldung im Treffpunkt etwas zu neutral und brav. Es fehlt ein knackiges, klares Feedback, das der Saite echten Charakter verleiht.
Power & Kontrolle
In Sachen Ballbeschleunigung und Präzision bewegt sich die Saite auf einem soliden, mittleren Niveau. Die Eigenpower ist absolut ausreichend, um auch aus der Defensive Tiefe zu generieren, ohne dass das Saitenbett unkontrolliert wird. Die Kontrolle ist gut, bricht aber keine Rekorde. Wer eine saubere, lange Technik besitzt, kann mit der Lynx sehr konstant agieren, da sie extrem berechenbar reagiert und keine bösen Überraschungen bereithält.
Spin-Potenzial
Obwohl es sich um eine klassisch runde Saite handelt, ist das Spin-Potenzial dank einer glatten Oberfläche und eines guten Snapback-Effekts absolut ordentlich. Die Saite rutscht gut und sorgt für eine saubere Flugkurve. Ein extremes „Eingraben“ in den Filz wie bei einer strukturierten Solinco Tour Bite darf man hier zwar nicht erwarten, aber für solides Topspin-Spiel und kontrollierte Slices reicht die Performance völlig aus.
Haltbarkeit & Spannungsstabilität
Die reine Reißfestigkeit ist für normale Spielertypen absolut ausreichend. Wie bei vielen weicheren Co-Polys üblich, ist der Spannungsverlust jedoch spürbar. Frisch besaitet mit 23,5 kg blieben nach drei Spieleinheiten noch rund 21,5 kg auf dem Schläger – ein Verlust von zwei Kilo, der sich im Rahmen bewegt, das Spielgefühl aber mit der Zeit etwas verändert.
Ein wichtiger Faktor aus internationalen Langzeittests betrifft die Farbwahl: Die gelbe Variante schneidet in Sachen Spannungsstabilität und Lebendigkeit deutlich besser ab als die schwarze Version. Letztere neigt dazu, schneller an Spannung zu verlieren und sich dann schwammig zu spielen.
Fazit: Für wen eignet sich die Head Lynx?
Die Head Lynx leistet sich keine gravierenden Schwächen, sticht aber auch in keiner Kategorie extrem heraus. Sie ist eine hervorragende Wahl für Spieler, die auf eine Polyester-Saite umsteigen möchten und eine armschonende, verlässliche Option suchen. Wer ein ausgewogenes, gedämpftes Setup bevorzugt und lange, schnelle Schläge kontrollieren will, macht hier nichts falsch. Wer dagegen nach maximalem Biss oder einer echten Rückmeldung sucht, dem wird die Lynx wahrscheinlich etwas zu unauffällig sein.
Testergebnis Head Lynx
Kontrolle/Gefühl 85/100
Spin 80/100
Spannungsstabilität 85/100
Power 85/100
Preis-Leistung 80/100
Insgesamt 83/100
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